Aktuelle Ausgabenplanung der Brücken THEMEN Schwerpunkte (BTS)


  • Brückenbauer

    Für die bald erscheinenden Brücken THEMEN gibt es bereits zahlreiche THEMEN Schwerpunkte, die wir hiermit zur Diskussion stellen wollen, in der Hoffnung auf weitere Vorschläge und Anregungen, Literaturhinweise, Recherchen(vorschläge), Enthüllungsgeschichten und natürlich Beiträgen.

    Die Themen beruhen noch auf individuellen Vorschlägen und werden in der Redaktion noch intensiv diskutiert und beschlossen. - Hast Du Lust mit zu arbeiten, in welcher Form auch immer? Dann melde Dich bei uns mit Deinen Kontaktdaten bei kontakt@aufstehen-Wendland-Uelzen.de

    BTS 1 | Ein Jahr Aufstehen – war da was?

    • Was leistet der Gründungsaufruf von Aufstehen, und was nicht?
    • Stimmen zum Zustand und den Perspektiven von Aufstehen
    • Ist parteipolitische Prominenz hilfreich oder bedeutet sie latente Abhängigkeit?
    • Oligarchische Parteienlandschaft versus demokratische Bewegungen: Schließen sich effiziente Politik und
      volksherrschaftliche Prinzipien grundsätzlich aus?

    BTS 2 | Der Kampf gegen die Klimawende kann nicht losgelöst von den sozialen Fragen erfolgreich geführt werden. Das Klimapaket betreibt die Spaltung der Volksschichten und dient der Sicherung der Pfründe und Privilegien der Großindustrie und der Reichen.

    BTS 3 | 30 Jahre "Wiedervereinigung": Die politische und wirtschaftliche Vereinnahmung der DDR als weltweit größtes Umverteilungsprogramm von unten nach oben.

    BTS 4 | Systematische Destabilisierung der bürgerlichen Demokratien. Zur Vorbereitung einer reaktionär-faschistischen Alternative oder gar Öko-Diktatur? Damoklesschwert Notstandsgesetze der Kiesinger/Brandt-Regierung, mit denen die Grundrechte außer Kraft gesetzt werden können.

    BTS 5 | Migration, Spaltung des Arbeitsmarktes, steigende Lebensrisiken und Armut als Folge des globalisierten und militanten Turbokapitalismus. Das Volk darf sich nicht vor den Karren der Klimazerstörer und Kriegsgewinnler spannen und auseinander dividieren lassen.

    BTS 6 | Millionenfach drohender Verlust von Arbeitsplätzen oder Chance zu sozial-gesellschaftlicher Befreiung. - Künstliche Intelligenz kann beides und vieles mehr! Es kommt darauf an, wer über sie verfügt: Kapital oder Volk!

    BTS 7 | Das Steuersystem – wem dient es, wen schröpft es? Welche Steuerforderungen sind unerlässlich, um die Schere zwischen Arm und Reich Zug um Zug zu schließen? Faire Chancengleichheit erfordert einen „Reset“ für jede(n) Neugeborenen*in statt wachsender Kinderarmut und Almosen.

    BTS 8 | Grundrechte im Grundgesetz: Klaffender Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit!
    Wir brauchen eine Verfassung, über die das Volk abstimmt und wacht. - Wie kann eine direkte Demokratie funktionieren?

    BTS 9 | Ausbildung im Kapitalismus: Wissensvermittlung mit Dressurprogramm, verfeinert mit Hilfe der Digitalisierung des Klassenzimmers.

    BTS 10 | Neoliberalismus am Beispiel der Privatisierung des Gesundheitswesens: Der Staat zieht sich systematisch aus der Daseinsvorsorge, und liefert das Volk den privaten Konzernen und Seelenverkäufern aus.

    BTS 11 | Zurück zum Sozialismus á la Marx und Lenin? Oder besser weiter zurück zu Jean-Jacques Rousseau und die Aufklärung. Brauchen wir nicht viel mehr eine neue Theorie des gesellschaftlichen Wandels (mit Anleihen auf die großen Philosophen der Aufklärung und der Neuzeit), um eine komplexe und komplizierte Gesellschaft, die auf Ausbeutung und private Aneigung beruht, Schritt für Schritt in eine solidarische Weltgesellschaft zu verwandeln?

    BTS 12 | Was macht Facebook und Co. mit den Menschen und warum gehören diese Konzerne zerschlagen?



  • Grundsätzlich Glückwunsch zu dem großen Beginnen, das sich gut anhört, ich aber den inhaltlichen Überblick so noch nicht habe. In meiner derzeitig neurotischen Phase, vorsichtig darauf zu achten, dass ich keiner Querfrontströmung aufsitze und es noch nicht einmal merke, ein paar kleine Splitter als Feedback:

    Oligarchische Parteienlandschaft vs. volksherrschaftlich und direkte Demokratie: Das Eigentum an Produktionsmitteln und die Bildung großer Industriemonopole mit weltweitem Grundbesitz halte ich für wesentlich wichtiger als die Millionäre. Die direkte Demokratie halte ich für ein eher schlechtes Mittel, weil sie einen oberflächlichen Wahltourismus fördert und gleichzeitig inhaltlich fortschrittliche Dinge verhindert. So wäre in den 70/80ern Volksabstimmungen immer gegen Rechte von Frauen, Schwulen und Lesben, Ausländern ausgegangen - was sich jetzt wieder anbahnt. Eine schwierige Diskusison, aber sie wird mittlerweile auch in der Schweiz geführt. Eine basisdemokratische Selbstverwaltung dagegen fände ich erstrebenswerter. Das führte dann zum Punkt der systematischen Destabilisierung von Demokratien - ich, in den 50er Jahren geborgen und in den 70ern politisch sozialisiert, finde, dass damals die Demokratie nicht stabilisiert war, sondern einem autoritätshörigen, faschistoiden Volk aufgezwungen wurde von einer Minderheit demokratischer Menschen. Eine pensionierte Richterin sagte in einer Talkshow, dass das "juristische Personal" der BRD bis in die 90ern hinein unerträglich reaktionär gewesen sei. Ich habe damals Lehrerin studiert - die ersten pädagogischen Innovationen im STudium, in der Schulpraxis noch kaum was. Die neuerungsfreudigen Hochschulen wurden aus der 2. Bildung in der Praxis von den Schulämter systematisch herausgehalten. Also Demokratie hat sich erst sehr spät in der Tiefe entwickelt, die stand damals Jahre auf der Kippe. Das müsste man nochmals abklopfen, was jetzt auf der Kippe steht.

    Schule ist zu kurz gegriffen. Das Dressurprogramm ist eine wichtige Frage von Inhalt und Methode, wichtiger aber finde ich, dass man wieder mehr zur alten Elitebildung kommt. Es gibt drastisch weniger Arbeiterkinder an den Universitäten als noch vor Jahren.

    Seit Jahren beklagen sich Dozenten, Lehrer und Ausbilder, dass das Sprachvermögen zurückgeht. Selbst in Mathematik seien Studenten in den Abschlussarbeiten schlechter fähig, komplexe adäquate Satzstrukturen zu bilden, dagegen ist die sich drastisch verschlechterte Rechtschreibung eher behebbar. Die Digitalisierung ist ein Streitpunkt - ich halte einen guten digitalen Unterricht auch in der Grundschule nicht für schädlich. Jede technische Neuerung muss richtig eingesetzt werden, das halte ich für die wichtigere Frage. Sie darf nicht mit Suchtverhalten gekoppelt werden, denn dafür ist Schule nicht verantwortlich. Das führte dann zu Fragen, die ihr wie fast alle Linken nicht habt in eurem Katalog - ich vermute, ihr seid mehrheitlich Männer und Heten ☹ diese deutsche Bevölkerung ist in einem steilen Anstieg von Sucht, Gewalt und Depression gefangen. Haben diese Elemente etwas damit zu tun, dass eine Gegenwehr fast ausbleibt und eine lethargische Apathie effektives Handeln ersetzt? Haben wir schon eine Situation wie in 1984, wo eine breite Masse von Prolls weder besonders gebildet ist, sich dem Konsum von Suchtmitteln und Medien ergibt, politisch extrem wenig Orientierung und Wissen hat und politisch stark manipulierbar ist. Dazu hat die förderung privater Medien stark beigetragen. Wie dagegen angehen?

    Euer Magazin halte ich für eine hervorragende Idee - ich bin eine starke Verfechterin für linksradikale Medien im kommunalen Bereich und plädiere auch für eine Gegenöffentlichkeit: der Unterschied zwischen Macher und Konsumenten wird aufgehoben. Jeder der Zielgruppe kann schreiben, jede wird einbezogen. Das würde ich gern auch für Freiburg aufbauen. Frage ist, wer die Zielgruppe ist. Alle Bündnispartner einbeziehen und ein Forum bieten ist sehr wichtig bezogen auf ein gemeinsames Handeln, aber die linksradikalen alternativen Positionen herausarbeiten braucht großen Raum. Sonst wird es schnell ein beliebiger Einheitsbrei. Gratwanderung.
    Auf jeden Fall viel Glück.


  • GLOBALER MOD LOKALER MOD

    Hallo liebe Lotte, Du gehst richtig in der Annahme, dass Gero hier dabei ist, etwas aufzubauen, dass verdient jetzt schon Anerkennung. Wegen Querfront brauchst Du Dich nicht sorgen, zwinker. Alle bisher tätigen Spieler sind politisch linksstehender als die Polizei erlaubt, zwinker, zwinker. Spass beiseite, ich war selbst beim ersten Treffen bei Gero dabei, ging über ein ganzes Wochenende. Sehr viel kontrovers diskutiert, hart in der Sache, aber ich denke, es hat allen was gebracht.

    Das Thema Demokratie zog sich wie ein roter Faden durch alle Themen und Phasen unserer Diskussionen an dem Wochenende. Ich glaube, wie auch die letzte Diskussion mit Bruno und Steffen gezeigt hat, Ottopeter auch kurzes Statement, wir haben da alle sehr verschiedene Ansichten und Ansprüche. Und wir sollten, ohne immer gleich das Kind mit dem Bade ausschütten zu müssen, uns langsam an das Thema heran tasten. Denn bisher haben wir alle noch nie echte Demokratie erlebt, weder in der alten BRD, auch nicht in der DDR, und im vereinigten Deutschland hatte man dann gar keine Gründe mehr, Volkes Wille bei wichtigen Entscheidungen zu berücksichtigen. Echte Demokratie wurde in Deutschland noch nie wirklich praktiziert, ist meine Meinung.

    Es wäre natürlich Klasse, wenn auch Du in Freiburg einen Brücken TISCH gründen könntest.

    Die ganzen Themen der nächsten Monate hat Gero ja schon mal genannt, bitte bringe Dich dort ein. Monatlich soll ein spannendes Journal ein Produkt vieler Menschen sein, die sich nicht nur über eine bessere und gerechtere Gesellschaft Gedanken machen, und alles über die Grenzen von aufstehen hinaus, wir müssen viel mehr Menschen einbeziehen, in unseren großen Plan. Ich freue mich auf Deine Mitarbeit, liebe Lotte.


  • Brückenbauer

    Hallo @Lotte Ich finde Deinen Kommentar äußerst ermutigend und danke Dir dafür, dass Du das Brückenbauer PROJEKT, insbesondere das Magazin Brücken THEMEN, von Freiburg aus unterstützen willst. Mir ist zugetragen worden, dass Du ganz ähnliche Überlegungen verfolgst. Ich bitte Dich deshalb um Deine Kontaktdaten, die Du bitte an kontakt@aufstehen-wendland-uelzen.de schickst, damit wir uns über Form und Inhalt einer Zusammenarbeit abstimmen können.

    Unsere Brücken THEMEN Schwerpunkte (BTS) sind erst mal Orientierungspunkte, wo aktuell unsere redaktionelle Arbeit und Analyse ansetzen und hingehen soll. Die Themenstellungen sind weder vollständig, noch im einzelnen umfänglich ausgearbeitet (außer vielleicht BTS 1). Das soll in einem Prozess der Diskussion verfeinert werden.

    Ohne Dir etwas unterstellen zu wollen, dennoch eine Warnung vorweg: Zu enge politische Festlegungen schon bei der Themenbenennung halten wir für kontraproduktiv, da ernst zu nehmende politische Ausarbeitungen und Analysen zunächst ergebnisoffen angegangen werden sollten. Sonst würde ja ein einmal erstellter linker "Katechismus" völlig ausreichen. Dass wir dennoch einen inneren Kompass dazu benötigen, ist so unvermeidlich, wie notwendig.

    Für Ausbildungs- und Schulfragen scheinst Du ja prädestiniert und qualifiziert zu sein. Ich spüre Deine Lust, dieses Thema redaktionell angehen zu wollen. Wir wenden uns übrigens nicht gegen technologischen Fortschritt und sind keine neuzeitlichen Maschinenstürmer (siehe auch BTS 6 zur Künstlichen Intelligenz). Der Einzug der Digitalisierung in das Klassenzimmer birgt aber der herrschenden Klasse Möglichkeiten, sehr gezielt und geschickt Herrschaftspositionen in den Köpfen der zukünftigen lohnabhängigen Arbeitsheere zu verfestigen. Bespitzelung von Lehrern und Berufsverbote á la Willy Brandt muten dagegen steinzeitlich an.

    Hinzu kommt, dass zwischenzeitlich sogar wohlhabende Eltern des Silicon Valley gegen die Überdigitalisierung der Schulen für ihren Nachwuchs rebellieren, da man vermittels der implementierten Belohnungssysteme nur gute Funktionierer mit großen Konzentrationsschwächen und wenig kreativem Potenzial erzeugt. Ähnlich kritisch äußert sich der Unternehmerverband im digitalen Vorzeige-Stadtstaat Singapore.

    Sorgen müssen sich auch die deutschen politischen und wirtschaftlichen Eliten machen, um mit dem gigantischen Wissenschafts-Output Chinas zukünftig noch mithalten zu können. Es könnten sich die sinnlosen dreiwöchigen Wissensüberfütterungen zu einem bestimmten Thema bis zum nächsten Test, die einen hohen Dressurcharakter tragen, wegen Zeitverschwendung als unhaltbar erweisen, da hinterher so wie so das meiste, so angeeignete Wissen vergessen wird. Das eröffnet den politisch Bewegten neue Ansatzpunkte, um ihr ganz eigenes politisches Programm zu entwickeln, sich in Stellung zu bringen und schon heute Einfluss zu nehmen.

    Deine Hinweise auf die neuen Vorstösse in Richtung Elitenbildung teile ich vollkommen.

    Mit der Demokratie erscheinen mir Deine Vorstellungen, offen gesagt, zu kurz gesprungen: Schon Engels beschreibt, wie Du sicherlich weisst, dass die vorherrschende Ideologie die Ideologie der Herrschenden ist. Insofern sollten "schräge" Wahlergebnisse nicht zu sehr verwundern. Politische Veränderung ist aber eine Machtfrage. Wie anders, als demokratisch soll sich denn ein Volkswille gegen die herrschenden Verhältnisse ausdrücken und materialisieren? Deshalb sind Gegenöffentlichkeit im Kampf um die Köpfe so wichtig! Dazu möchten wir Brückenbauer wenigstens einen bescheidenen Beitrag leisten.

    Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Dir! Herzliche Grüsse Gero


  • Brückenbauer

    Hallo Lotte, ohne Bildung sind wir chancenlos in einerWelt, wo Wettbewerb, Leistungsanforderung und die damit einhergehend Ökonomisierung nahezu aller Lebensbereiche mittlerweile die Richtung vorgeben. Bildung ist die einzige Möglichkeit für die Menschen, dieses sich immer schneller drehende Hamsterrad zu verlangsamen, ja anzuhalten und die richtigen Fragen zu stellen. Bildung ist notwendige Bedingung für Partiziption und Mündigkeit. Ich glaube, mit diesem Forum können wir durch Gedanken-, Erfahrungs- und Wissensaustausch unseren Beitrag dafür leisten, dass wir uns in einer sich immer komplexer aufstellenden Welt unsere Selbstwirksamkeitskräfte zielführend aktivieren können. Sei herzlich eingeladen mitzudenken.


  • GLOBALER MOD LOKALER MOD

    Ich möchte ein paar Bemerkungen machen zur geplanten Zeitschrift und dem Brückenbau-Konzept als ganzem.

    1. In dieser Ausgabenplanung versteckt, sehe ich die aller-erste Andeutung inhaltlicher Positionen eurerseits überhaupt (als "Brückenbauer"; einzelne von euch haben natürlich schon etliches geäussert) - und das in einer aus meiner Warte ungeheuer bezeichnenden Form, nämlich von vorneherein eingebettet in einen organisatorisch-praktischen Handlungsvorschlag. Politisches Handeln scheint so unendlich viel mehr zu sein als "Reden", und Reden scheint nie Denken, womöglich gemeinsames und Sich-Verständigen, zu sein. Oder das natürlich durchaus, schon, immer, nämlich AUCH: es wird AUCH sich verständigt, wir unter uns; aber ZUGLEICH werben und vermitteln wir schon nach aussen, die Selbstverständigung findet gleich vor Publikum statt.

    2. Und als gäbe es da keine Reihenfolge: Nichts schliesst sich aus, alles kann doch, ja muss sogar gleichzeitig laufen. die innere Klärung zugleich mit der Aussenwirkung, und die Inhalte ebenso, alle zugleich:

    • Analyse (was ist? was wird gemacht, und was dabei unterlassen?)
    • Kritik (was kann/sollte in wessen Interesse effektiv besser gemacht werden?)
    • Strategie (unter bekannten Ausgangs- und Randbedingungen, wer soll wie in welcher Abfolge die Kritik umsetzen?)
    • Organisation (Kommunikation über die, Koordination der arbeitsteiligen Anteile des "wie"; unter Voraussetzung dessen, was dabei geteilt werden muss).

    Eigentlich kann man mit dem Organisieren darum auch jetzt schon anfangen; das ihm Vorausgesetzte versteht sich von selbst.

    1. Es versteht sich in zweierlei Hinsicht von selbst: Einmal bei jedem Planenden; die Organisatoren haben allesamt schon eine Strategie im Kopf, nun ja, zumindest ungefähr; eine Kritik und Analyse sowieso. Die vielleicht vage; aber von Präzisierung versprechen sie sich nicht mehr allzuviel, davon hängt nichts ab. Darum auch das zweite, das sich von selbst versteht: Widersprüche zwischen uns kann es nicht wirklich geben, Präzisierung erfolgt wesentlich ADDITIV, jeder trägt seines zum grossen Ideen- und Einschätzungs- oder Kritik-Haufen bei, kann ja nicht jeder an alles denken, das Präzisieren ist also wesentlich ein Material-Häufen und Nebeneinanderstellen, und genau so funktioniert schliesslich die SCHWARMINTELLIGENZ.

    2. Aber, liebe Brückenbauer, genau so funktioniert sie nicht. Schwarm mag so gehen, auch gemeinsames (Aus)Schwärmen; aber nicht Intelligenz: die ist nach wie vor einzig im Einzelkopf angesiedelt, ausserhalb davon denkt nichts sich selbst. Vor allem denkt es sich nicht von selbst ZUSAMMEN, integriert sich der Themen- und Materialhaufen nicht von selbst.- In eurer Ausdrucksweise könnte ich sagen: Da fehlen als erster und zweiter Pfeiler Analyse und Kritik, erst mit dem daraus BEGRÜNDETEN Strategie- (und als viertem womöglich einem Organisations-)Entwurf entsteht auch inhaltlich ein Zusammenhang - eine Brücke. Und zwar in dieser Abfolge.

    3. Aber wenn man das Bild schon so weit aus-tappen will, müsste es besser heissen: der erfolg-versprechende PLAN einer Brücke entsteht allenfalls so. Denn die Realität, eine tragfähige Konstruktion, besteht nicht aus dem Plan, sondern dem tatsächlichen Bau: Indem die Gestalt, die tragen soll, tatsächlich als geprüfte und zwangfrei angeeignete, "zueigen-gemachte" Einstellung in zahllose (miteinander verbundene) Köpfe gelangt ist, nämlich als

    • Überzeugung (richtige und komplette Analyse)
    • Bewertung (geteilte und einsichtige Kritik)
    • Befürwortung (zweckmässige Strategie)
    • Bereitschaft (seinen Platz in der kooperativen Organisation einzunehmen)

    Ich meine: So und nur so wird die Organisation zu einer tragfähigen Brücke, über die (sofern sie nicht schon im tragenden "Bau" aufgegangen sind) erst die Initiativen, dann die politischen Instanzen, und mit ihnen ganze Gesellschaften den Übergang in einen Epochenzustand ihrer selbst schaffen, worin sie den anstehenden Problemlösungen endlich gewachsen sind.


  • Brückenbauer

    Das ist mir alles zu kompliziert und eher ein Beispiel dafür, wie man sich selbst handlungsunfähig machen kann. Für mich ist Brückenbauen in unserem Fall eher eine Metapher dafür, wie man kommunikativ mit anders Denkenden eine Schnittmenge im gegenseitigen Sich-Verstehen finden kann, die dann als eine tragende Konsensebene die Basis für weitere gemeinsame Einsichten und vielleicht sogar für ein gemeinsames Vorgehen auf der Handlungsebene sein kann.


  • GLOBALER MOD LOKALER MOD

    @WFK Tja, wenn du da kommunikativ was FINDEN kannst, hast du ja Glück gehabt. Der Normalfall ist, dass wir dermassen verschieden, und zu grossen Teilen oft auch erstmal überhaupt nicht gedacht haben, dass solche "Schnittmengen" in mühsamer Verständigungsarbeit (kommunikativ, aber eben auch denkend, "kognitiv") erstmal hergestellt werden müssen.
    Nachbemerkung: Im Ernst? Das ist kompliziert? Wir müssen ein Welt-Epochenproblem lösen. Da muss vielleicht schon ein bisschen mehr Aufwand getrieben werden. Und... handlungsunfähig wird man da? Durch strategisches Planen? Also wenn Handeln besteht in "irgendwie los- und um sich schlagen (sagen wir... so gelbwestenmässig)"... dann vielleicht. Ich vermute aber, das meinst du nicht (deine Erklärung von "Brückenbauen" kommt, nebenbei, auch nicht ganz ohne Windungen und Gewundenheiten aus. Das sollte, angesichts der komplexen Herausforderungen, auch nicht verwundern...)


  • Brückenbauer

    Die Intelligenzleistungen sehe ich hier in diesem komplexen Umfeld eher in der Reduktion von Komplexität. Das heißt für mich erst Mal mit dem Gespräch beginnen. Insofern bin ich ein Fan von Geros runden Tischen.


  • Brückenbauer

    Lieber @HCGuth Missverständnisse über Missverständnisse:

    Das Manifest der Brückenbauer ist kein programmatisches Positionsbeschreibung, sondern ein VERSPRECHEN an alle progressiv Bewegten, die die gesellschaftlichen Verhältnisse, grundlegend überwinden wollen. Nämlich den Dingen ernsthaft auf den Grund zu gehen, und nicht einfach starren Dogmen zu folgen. – Warum? Weil wir einen möglichst anspruchsvollen Diskurs mit allen suchen und sie hierzu ggf. befähigen wollen.

    Deinem erkenntnistheoretischem Modell liegen meines Erachtens viel zu statische Annahmen zu Grunde: Es will in geordneter Reihenfolge die sich makro-politisch stellenden Aufgaben nach einander abarbeiten: „AnalyseKritikStrategieOrganisation …"

    Erst jetzt setzen bei Dir die Maßnahmen ein. Auch nennst Du kein Subjekt der Veränderung. Allgemein nennt man es wohl auch „Volk“ oder differenzierter: Klassen, Schichten, die unter bestimmten Bedingungen wegen viel Geringerem in Wallung und Aufruhr geraten, als das möglicherweise niederschmetternde Gesamtresume einer wirklich „intelligenten“ Analyse. So zu studieren bei der ehemaligen APO, den Friedens- und Anti-Atomkraftbewegungen, oder auch bei der weltweiten FfF-Bewegung.

    Oder geht es „nur“ um die sogenannten großen Fragen der Menschheit, die im Sinne Kant’scher Vernunft lediglich von bestimmten „intelligenten“ Köpfen gelöst werden können, die sich aus Prinzip von "Schwarmintelligenz" möglichst fernhalten. - Wo ziehst Du die Trennlinie zur repräsentativen Demokratie, die, vorgeblich aus ganz ähnlichen Gründen, das Volk möglichst von allen Entscheidungs- und Machttöpfen ausschliesst?

    Die Welt funktioniert dialektisch und nicht statisch: Menschen, Klassen und ganze Völker rebellieren gegen die Produktionsweise und Herrschaftsverhältnisse, wenn sie den Herrschenden nicht mehr zutrauen, halbwegs erträgliche Lebensverhältnisse gewährleisten zu können. Mit und ohne große Theorie und Analyse (siehe Gelbwesten in F).

    Aber in der Tat, und da hast Du völlig Recht, gelingen i.d.R. nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen nur, wenn die Entwicklung der Produktivkräfte eine neue Produktions- und Aneignungsweise erlauben, und dies zu weit reichender Einsicht gelangt ist. Vermutlich kann uns der geistige Nachlass von Karl Marx/Friedrich Engels kaum genügen, um die richtigen Antworten zur Erreichung eines gezähmten oder gar zur Überwindung eines immer komplexer und global agierenden Kapitalismus zu geben.

    Wichtige aktuelle Fagen über Fragen: Können politische Vorstöße überhaupt als nationaler Alleingang aufgrund der Kapitalverpflechtungen und Bündnisverpflichtungen vorgetragen werden?

    Darf man auf technologische Lösungen bei der Verhinderung der Klimawende hoffen? Oder werden von den wirtschaftlichen und politischen Schichten – auch bei Strafe ihres eigenen Untergangs – die Masse der Konsumenten wieder einmal ins Büßerhemd gesteckt und mit CO2-Steuer bzw. Anschaffungskosten für teure E-Autos und Heizungsanlagen überzogen? Obwohl selbst eine weltweite vollständige Umstellung auf E-Autos allein den erforderlichen Effekt auf das Klima gar nicht hervorbringen kann. Stattdessen werden die eigentlichen Mega-CO2-Verbraucher wie weltweites Militär und die beton-basierende Bauwirtschaft (ca. 50 % der Emissionen) geflissentlich auch von vielen FfF sekundierenden Klimaforschern und die sogenannte Q-Presse ausgeblendet.

    Fragen über Fragen, an deren Beantwortung wir uns unvoreingenommen und tiefschürfend herantasten müssen. -
    Aber doch nicht im luftleeren Raum! Ohne unsere sinnliche und geistige Befassung mit den gesellschaftlichen Widersprüchen, würde keine Analyse in keinem Kopf auch nur beginnen. Nicht umsonst mahnt Marx in seiner elften und letzten Feuerbachthese: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt drauf an, sie zu verändern.“ Denn Philosophie dürfe sich nicht mit dem theoretischen Ergründen der Welt begnügen, sondern Philosophie müsse über Praxisrelevanz verfügen. - Das scheint doch wohl bis heute zu gelten!

    Es ist ein großer Irrtum, anzunehmen, wir wüssten noch viel zu wenig, um unsere Theorie-, Programm-, Politik- und Organisationsbildung gleichzeitig betreiben zu können. Im Gegenteil, ihre jeweilige Entwicklung bedingen einander zwingend!

    Ich freue mich deshalb darauf, wenn Du, wie bereits zwischen uns telefonisch vereinbart, Dich besonders bei der politisch-philosophischen Theoriebildung bei den Brückenbauern einbringen willst, wo ich Dir eine Menge zutraue!

    Es sehe schon das neue Element Brücken FUNDAMENTE vor mir, das ich in unserer nächsten Sitzung der Brückenbauer am Samstag, den 19.10.2019 ab 10.30 Uhr in Soltendieck vorschlagen werde. – An alle Leser: Bitte bei Interesse mit kompletten Kontaktdaten anmelden und Übernachtungsbedarf mitteilen an:

    kontakt@aufstehen-wendland-uelzen.de


  • GLOBALER MOD LOKALER MOD

    Lieber @Gero-Hoffmann . einige Anmerkungen.

    1. Wenn eine historische Epoche an ihre Grenze gelangt ist, ist nicht nur eine anfangs ungelöste Produktionsaufgabe wirksam angegangen, sodass dadurch etwas ERMÖGLICHT wird. Sondern - und darin besteht gerade die Grenze - es zeigt sich gerade durch diese erfolgreich angefangene Problemlösung um so dramatischer, was bislang vernachlässigt wurde - und zwar auf der Ebene der materiellen Produktion. Diese immer schärfer sich mit vorhandenen Mitteln als unbewältigbar erweisende Lücke im gesamten Produktionsaufbau von Gruppen, Gesellschaften, schliesslich (heutzutage spätestens) der Welt-Gesellschaft ERZWINGT, dass sich die betreffenden Gruppen ihr zuwenden. Sie können also etwas (das ist die Ermöglichung), weil die voraufgehende Produktionsaufgabe tendenziell gelöst ist; sie müssen aber auch etwas tun, es drängt sich ihnen (in Gestalt "krisenhafter" Zuspitzungen aller möglichen Schad-Entwicklungen) als zu lösende Problemstellung auf. Normalerweise treten sie diesem Problem völlig unvorbereitet gegenüber, es ist schlicht nicht gesehen worden, und wird auch nur mühsam und über Generationen hinweg im Ansatz gelöst werden (dh weitergehende Entwicklungen ziehen sich über die nachfolgenden Epochengrenzen hin, mit der vorläufigen Problemlösung ist eine Kultur-Domäne oder -Dimension eröffnet, die später noch ganz andre Umwandlungen durchmacht: Sprache; ein komplexes Weltverhältnis/Welterklärung; Landwirtschaft (mit Viehhaltung), eine komplexe Arbeitsteilung; das zuverlässig und regulär erstellte Mehrprodukt, erst in naturräumlich privilegierten Zonen ("Kornkammern"), sowie dessen Verteilung über ein verkehrswegenetz (Strassen, Schiffahrtsrouten, Kanäle etc) zur Sicherung zivilisatorischer Stützpunkt-Siedlungen in einem möglichst abgeschlossenen Grossraum (Küsten, Wüsten, Gebirge als Grenzen); die Erschliessung der (nicht-privilegierten) Fläche um die oder zwischen den vormaligen Stützpunkten: Mehrprodukt mit regionalen Mitteln; ein welt-umspannendes Reproduktionssystem; Technologie auf Basis "naturwissenschaftlicher" Grundlagenforschung; usw

    2. Und dabei zeigt sich, dass diese Produktionsproblem-Lösungen jedesmal auch höhere Anforderungen - verglichen dem Vorzustand - an die Organisation von koordinierter Kooperation (kurz: Koordination) und Konsensfindung in den beteiligten Menschengruppen ((Welt)Gesellschaften) stellen - diese Organisation kann man ihre Vergesellschaftung nennen - , ohne die die Problemlösung nicht gelingen kann. Diese Vergesellschaftungs-Aufgaben stellen sich in bedrängender Weise ZUGLEICH mit den auf der materiellen Ebene zu lösenden, für deren erfolgreiche Bewältigung also die dafür nötige Vergesellschaftung ansatzweise gelungen sein muss.
      Für das Erbringen alleine dieser Vorleistung, nämlich den zugehörigen Vergesellschaftungsmodus aufzubauen, waren in der Vormoderne oft längere Unter-Epochen erforderlich: beispielsweise um Handels- und andere Verteilungspraktiken zu erfinden, oder einen Staat und ein Kultsystem, Regularien für Kriegführung und Verwaltung, eine Weltanschauung, die dauerhafte Bildungs-Grundlagen für weiträumigen Konsens jenseits von Arbeitsteilung erlaubten (Weltverstehen, Sinndefinition, Legitimation, Etablierung von Gemeinschaftsritualen ua) - erst nur für Eliten, dann alle Klassen verbindend. Dann auch: ein ausdifferenziertes Recht, Selbstverständnisse und Regularien für "Stände" und ihr Verhältnis zueinander in einer Staatsverfassung, Formen kollektiver Meinungs- und Willensbildung, diese speziell unter Angehörigen verschiedener Kulturen und Weltanschauungsgruppen (also unter Bedingungen zunehmenden Pluralismus und später "Individualisierung"), Formen der Vergesellschaftung unübersehbar komplexer Arbeits- und Wissensteilungs-Beziehungen usw.

    3. Die Geschichtstheorien, die diese Prozesse allgemein beschreiben und erklären, stehen (das folgt aus 1. und 2.) in engem Zusammenhang mit Theorien ("Analyse") einer aktuellen Gesellschaftsverfassung und deren Kritik, nämlich Beschreibung und Erklärung dessen, was in einer epochalen gesellschaftlichen Praxis beobachtbare krisenhafte Zuspitzungen verursacht, weil es FEHLT, weshalb da ein bis dahin ungelköstes und schwer angehbares Problem besteht
      (Dieser etwas eigenartige Erklärungstyp von etwas durch etwas, das NICHT der Fall ist, spielt im Begreifen von Epochenübergängen sowohl der Vergangenheit, vor allem aber der Gegenwart eine herausragende Rolle.)

    4. Die marxistischen Geschichtstheorien sind stark auf Kategorien wie Klasse, Klassenkampf, Revolution konzentriert; sie erklären damit vor allem die zur Zeit ihrer Entstehung oder kurz davor stattfindenden historischen Übergänge in BÜRGERLICHE STAATEN (oder Systeme) - genauer gesagt, deren Roh- und Frühformen. Der historische Reifungsprozess dieser Vergesellschaftungsform ist von der radikallinken Theorie bislang nur sehr unvollkommen nachvollzogen worden. Und das gilt erst recht für die theoretische ("Analye") Fundierung radikallinker Kritik, das heisst: die vor unseren Augen sich abspielenden dramatischen Zuspitzungen, die immer weniger mit herkömmlich verfügbaren Mitteln bewältigbar erscheinen, deuten zwar auf etwas, das fehlt oder wünschenswert wäre; hingegen steht die präzise Fassung dieses EPOCHAL Fehlenden aus, das womöglich auf der "Produktivkraft-Ebene", der Art unseres Weltverhältnisses und der materiellen Produktion, angesiedelt ist. Stattdessen bewegen sich die Ideen, die die Problemstellung und mögliche Lösungen umkreisen, gegenwärtig auf dem Niveau eines vagen Ahnens und idealen und Wunschdenkens.
      Dass Druck sich in Rebellionen Luft macht, war schon in der Antike Krisensymptom; Lösung war es meist nicht, und ist es heute noch weniger.

    5. Die vier Abteilungen zu unterscheiden, wie ich es vorschlage (oder, besser gesagt, an die ich erinnere, weil ja jeder sie kennt), und darauf zu achten, soll nur unsere Verständigung unterstützen (ich möchte es in meinen Beiträgen benutzen). Es ist damit keine Aussage über eine nötige Reihenfolge des "Abarbeitens" gemacht. Allenfalls ist es eine Aussage über die Abhängigkeit von Begründungsniveaus: "Strategien" sind nur so gut begründet, wie die ihnen zugrundeliegende Kritik, Kritik nur so gut wie die Analyse, die ihr zugrundeliegt usw
      Das heisst zum Beispiel, dass jedem Organisations- und Strategieentwurf schon jetzt eine (vom Betreffenden meist für einsichtig und vorerst hinreichend gehaltene) Kritik und Analyse vorausgesetzt ist.

    6. Wir verfolgen hier praktische, und in diesem Zusammenhang auch zweckdienliche Erkenntnisziele (die Feststellung, was zweckdienlich ist, beruht freilich zT auf Erkenntnissen). Warum bestimmte Kontroversen etwa über Organisation oder Strategie nicht auf der Ebene behebbar sind, auf der sie dem ersten Anschein nach angesiedelt sind, ist (darum ja der Anschein) oft nicht auf Anhieb zu sehen; Zurückgehen auf Kritik und Analyse der Beteiligten erscheint praxis-behindernd.

    7. Hier ist freilich eine der wichtigsten Kontroversen überhaupt angesiedelt; Analyse und Kritik werden nämlich im Mass praxis-relevant, wie Herstellung von Massenkonsens auf Übereinstimmung in diesen Punkten beruht, Praxis also wesentlich redend (Analysen, Kritik, Strategie-Vorschläge verbreitend, sich darüber mit immer mehr Leuten verständigend) stattfindet.
      Eine Kontroverse über diesen Strategie-Ansatz führt natürlich auf unterschiedliche Kritik- und Analyse-Ansätze zurück.

    8. Und da... beisst sich die Katze in den Schwanz. 😉


  • Brückenbauer

    Lieber @HCGuth für unsere Mitleser könnte es schwieriger werden, da wir parallel uns auch telefonisch austauschen.

    Gravierender scheint mir das Problem, dass Deine Grundannahmen teilweise nicht ausreichend dargelegt sind, und dadurch Deine nachfolgenden Gedankengänge bezugslos und damit unverständlich bleiben. Schon Dein erster Satz unter Punkt 1 gibt Rätsel auf: Wenn eine historische Epoche an ihre Grenze gelangt ist, ... Welche historische Epoche ist gemeint, was macht sie nach Deiner Ansicht aus, wo liegt ihr Anfang, wo ihr Ende? Welche ökonomischen und politischen Sachverhalte liegen ihr zu Grunde.

    Wenn Du das nicht sauber klärst, greift jeder Altlinke in sein Marx-Regal und versteht nur Freiburger Bahnhof!

    Nun hast Du zugesagt, mir ein geschlosseneres Thesenpapier zukommen zu lassen. Darauf freue ich mich schon jetzt, da ich Dich verstehen will, und ich eventuell sogar auch als Vermittler Deiner Gedanken mehr Menschen in diesen Diskurs hineinziehen könnte. Ich glaube, wir haben uns etwas zu sagen und am Schluss können wir alle nur gewinnen!

    Die Einladung für den 19.10.2019 muss ich aus terminlichen Überschneidungen auch für die anderen Brückenbauer leider zurücknehmen. Das nächste Treffen wird stattdessen eher am 26.10.2019 stattfinden; ob als reales Treffen oder als Video-Konferenz (VK) ist noch offen.



  • Hallo Gero und WFK,

    bin gerade am Nachdenken grundsätzlicher Art und melde mich auf jeden Fall. Danke für euer Feedback.


  • Brückenbauer

    Hallo @Lotte Danke für die Nachricht. Was hälst Du davon, wenn wir uns zum Auftakt telefonisch kennenlernen? Wenn Du Deine tel./e-mail Kontaktdaten an Kontakt@aufstehen-wendland-uelzen.de schickst, landen sie garantiert nur bei mir. Würde mich sehr freuen!



  • Hallo an alle aus dem Norden (Schwerin). Bei uns steht die Auftshen Gruppe auch vor neuen Herausforderungenund muss sich neu überdenken. Wir haben genau das Problem, welches die Gesellschaft gerade im Ganzen erlebt: die Spaltung: DIe Strategie der Machthaber scheint gut aufzugehen: Teile und herrsche! Am besten zu erkennen in der Klimadebatte. Einige von uns Aufsteher*innen engagieren sich bei FFF Schwerin; andere rümpfen die Nase und bemerken die Fehler (keine soziale Betrachtung...) Die FFFs rege sich über XR (Extinction rebellion) auf und meinen, dass sie ja das Sytem stürzen wollen... Und schon gehen alle auseinander, anstatt miteinander eine Vision einer menschlicheren und naturliebenden Gesellschaftsform entgegen zu gehen.

    Deshalb finde ich Eure Idee des Brücken bauens und der runden Tische toll (habe die Idee schon seit Jahren), jedoch ist eine Umsetzung schwierig,a aber vlt. gibt es ja erfahrene hasen. Ich bin seit 4 Jahren in mindestens 5 Initiativen mehr oder weniger aktiv tätig und verfolge genau dieses Ziel: diese sci für eine generatioenegerechte Zukunft einsetzenden menschen zusammenzubrinegn, um gemeinsam auf der Straße zu protestieren. Das ist us am 20.09.2019 beim globalen Klimastreik schon ganz gut gelungen, da Aufstehen, das Friedensbündnis, der 1 Weltladen, Bürgerinititaitven und vieloe andere mit demonstriert haben. Ich denke, dass wir an dieses Erlebnis anknüpfen sollten und diese verschiedenen Menschen an einen runden Tisch bringen sollten. Meine Idee: im Zuge der Vorbereitung der nächsten Demo am 29.11.19 so einen runden Tisch zu eröffnen, an dem wir geeinsam den Protest organsisieren und natürlich automatisch uns über unsere Grundsätze austauschen sollten. Und da kommt es: dass alle Probleme, krisen, Katastrophen... auf die Art und weise unseres Finanz- und Wirtschaftssystems zurückzuführen ist. Und im gemensamen Organisieren und Planen und diskutieren können wir beginnen, zu verstehen, wo der Schuh drückt...
    Das Problem ist: Wir aufsteher* innen sind problemlos bei FFF mitmarschiert. Aber umgekehrt passiert nichts- keiner der FFFs war auf unserem friedensfest am 1.9.19. oder bei Aufstehen AKtionen dabei. Wir sollten analysieren, warum das so ist! Ich denke, dass es Ängste der anderen sind, sich ideologisch vereinnahmen zu lassen. Und da hat "Aufstehen" meiner Meinung nach auch versgat. Viele sind einmal zu uns gekommen und dnan nie wieder. Es haben sich bei uns in der Aufstehen gruppe größtenteils die alte "Linke" versammelt und das schreckt leider viele ab. Jetzt werden die 2, die neutraler daher gekommen sind, auch noch gehen.
    Also wenn ich einen runden Tisch in Schwerin eröffnen werde, werde ich es nicht über den namen "ufsthen" machen, da ich dann damit rechnen kann, dass wieder wie immer dieselbe Verdächtige kommen. Ich möchte aber ALLE ansprechen, die außer links und rechts noch bessere Ideen haben, ich möchte für alle offens ein- natürlich immer basierend auf der Einhaltng der Würde des Menschen- aller Menschen.
    Meine frage: Wollt ihr dieses Projekt über "Aufstehen" organisieren? Warum nicht ohne Namen beginnen, um für alle gesprächspartner "ein auf Agenhöhe Gespräch" hinzubekommen. Über "Aufstehen" wird das Projekt keine Chance haben, denke ich.
    Herzliche Grüße
    Jana


  • Brückenbauer

    Hallo @Jana-Wolff. Es ist toll, wenn Du dem Grundsatze nach eine ähnliche oder sogar gleiche Richtung einschlägst wie wir Brückenbauer. Um aus der diffusen politischen Situation in und außerhalb von Aufstehen herauszuführen, braucht es ein ganzes Package an Maßnahmen neben den Brücken TISCHEN: Wir müssen liebgewonnene Gewissheiten (z.B. der Altlinken, aber auch anderer) genauso auf den Prüfstand stellen, so wie wir unsere teils bekannten, oft aber verdrängten, schwarzen Löcher in unserer Gesellschaftskritik auflösen müssen. - Streng besehen war Aufstehen von Anfang an eine hohle und bequeme Nuss mit großer Ansage, aber wenig dahinter. Warum sollen deshalb andere Bewegungen auf uns von sich aus zugehen?

    Dieser Klärungsprozess findet gerade erst statt. Insofern ist es schwierig "positive Anleihen" auf das Vergangene zu nehmen. Von daher kann ich verstehen, wenn einige von uns sagen, der Name "Aufstehen" sei "verbrannt", ja wäre sogar schädlich. Das geht mir zu weit, weil man in der Regel mit Kleiderwechsel nicht seine komplette Lebenssituation ändern kann. Ich finde, viele haben sich über Aufstehen (re)politisiert, da muss man authentisch bleiben und über seine Wurzeln sprechen. Am Schluss kommt es auf die Klarheit und Richtigkeit der Positionen an, dann sind Namen irgend wann Schall und Rauch.

    Dennoch pflichte ich Dir bei, man kann deswegen nicht an dem Namen, mit dem so viel Falsches verbunden ist, ohne Zukunfstperspektive sturr und "für immer" festhalten. Deswegen nennen wir uns Brückenbauer, vielleicht bald auch Internationale Brückenbauer, weil die größten Menscheitsprobleme, die uns bewegen, existentieller und supranationaler Natur sind. Es muffelt bei Aufstehen teilweise recht kleinbürgerlich und es besteht der Irrglaube, desorientierte Wutbürger von dem Einfluss der nationalen Rechten durch z.B. Relativierungen in der Migrationsfrage abhalten zu können. Im Gegenteil, wir müssen die verwerfliche internationale kapitalistische Ausbeutung und die hieraus resultierende kriegerisch-räuberische Politik des Westens konkret und mit Fakten geiseln, die es abzustellen gilt.

    Ja, wir brauchen einen großen Gesellschaftsentwurf, der nicht nur gerechter, sozialer, demokratischer ... ist, sondern schlichtweg vernünftiger ist, weil er mit den natürlichen Ressourcen nachhaltiger umgehen wird. Think Big - Not Small!
    Weil das plausibel zu erarbeiten und darzustellen ist, steht hinter Brückenbauen ein weiter ausbaufähiges Rumpfkonzept, das die Brücken THEMEN (politisches Journal), die Brücken PFEILER (lebendes Positionspapier), die Brücken FUNDAMENTE (politisch-philosophische Gesellschaftstheorie), und natürlich Brücken TISCHE umfasst. - Wenn Du nach einem neuen Namen suchst, was hälst Du von Brückenbauer LEIPZIG?

    Grüße aus dem Wendland!



  • @Gero-Hoffmann Danke Gero. Warum Leipzig? Ich bin aus Schwerin. 🙂
    Also den Gesellschaftsentwurf haben wir ja eigentlich, er ist im Grundgesetz zu finden oder in anderen wichtigten Schriften. Gerade halte ich die UN Charta von 2000 in den Händen (ausgearbeitet vom BUND und der ökumenischen Inititaitve Eine Welt. Es steht wirklich alles Wichtige darin! Z.B. "Klima- und Wirtschaftskriese entspringen beide dem gleichen Muster organisierter Verantwortungslosigkeit: Ausbeutung und Profit jetzt, die Folgekosten tragen die Späteren. Nach uns die Sintflut!"https://erdcharta.de/die-erd-charta/der-text/
    Was ist seit dem passiert? Den Worten folgen keine Taten, oder nur ganz wenige. Warum??? Ich werde meine Energie jetzt in die APO stecken, versuchen, weitere Verbündete zu finden und die FFFs unterstützen und mit ihnen und vielen anderen gemeinsam auf die Straße gehen, um gegen den gemeinsamen Feind- das Finanz- und Wirtschaftssystem zu kämpfen. Ich versuche also, die Brücken mit dem Thema FFF- Klimaschutz und den anderen vielen themen zu verbinden und eine gemeinsames Protestbüündnis zu schaffen. Denn nur durch zivilen Ungehorsam werden die Entscheider aus ihrem Tiefschlaf geweckt werden können und müssen handeln oder das Zepter abgeben... Ich bleibe hier bei den Brückenbauern auf dem Laufenden. Herzliche grüße Jana



  • Hallo Gero, hallo Jana,
    gerade habe ich ein Interview mit Annemarie Botzki, einer der Sprecherinnen von "Extinction Rebellion" gelesen und muss sagen, da steckt etwas drin, dem wir als "aufstehende Brückenbauer" uns durchaus anschließen bzw. öffnen könnten. Zitat aus dem Inhalt: >>>Wir sind nicht gegen Demokratie, wir wollen die Demokratie erweitern – mit einer Bürgerinnenversammlung. Die soll nicht das Parlament ersetzen, sondern dabei helfen, die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden.<<<
    Ähnlich sind ja auch unsere Vorstellungen, oder?
    Leider kommt es in der Öffentlichkeit nicht rüber, das "ER" auch dafür steht. In der Öffentlichkeit wird der im Vordergrund stehende Aspekt des Klimawandels, als Bedrohung wahrgenommen und das aus Sicht der unteren bis mittleren Gesellschaftsschicht, verständlicher Weise.
    Warum ich das hier schreibe: Ich glaube es gibt genug Verbindendes zwischen "Aufstehen", "Brücken bauen", "FfF", "ER" und sehr wahrscheinlich vielen weiteren Bewegungen und Organisationen. Wir müssen es nur herausarbeiten und immer wieder in den Fokus stellen. "Stehter Tropfen höhlt den Stein"
    https://www.nzz.ch/international/deutschland/extinction-rebellion-im-interview-demokratiefeinde-oder-harmlos-ld.1514147?fbclid=IwAR079Eodg3dj2rbwQmquXXc8h9vZifJ-wKKOZYQsRF067DgjfUiuM-MVf_M
    liebe Grüße Jörg



  • Lieber Gero,

    ich werde mich bei dir melden.
    Ich finde aber auch die Absicht, das Forum hier zur stärken und die Diskussion zu führen, wichtig. Diese beiden Strukturen sind mir noch nicht ganz klar – Brückenbauer scheinen was Umfassendes zu sein, was die bisherigen Aktivitäten umspannt oder ersetzt.
    Mein Nachdenken bezieht sich auf mehrere Punkte. Meine Abgrenzung bezieht sich bei den Aufstehern eher nach rechts denn nach links. Die FB-Seite aufstehen bundesweit strotzt vor Querfrontdenkern und immer wieder melden sich ein paar zu Wort, die dies ansprechen und meinen, dass diese Seite längst geschlossen gehört, weil sie dem Bild von Aufstehen politisch sehr schadet. Da ist die soziale Frage – meistens die nach dem Geld – mit der Flüchtlingsthematik so gekoppelt, dass es AfD-kompatibel ist. Wenn sich auf den unteren Ebenen die Benachteiligten bekämpfen, haben sie das System nicht verstanden. Meines Erachtens eine Konsequenz der populistischen Wagenknechtäußerungen und dem vielseitig interpretierbaren Gründungsaufruf. Ich mag Wagenknecht, aber das ging schief. Sie hat auch in ihrem Bündnisaufruf die Kommunisten fein säuberlich rausgelassen.
    Ich bin eine Kommunistin ohne Partei und ohne Land, aber mit dem Willen mich neu damit zu befassen nach langen Jahren der sozialen Bündnisse und Projekte, denen nun eine genaue Fehleranalyse zu folgen hat. Deswegen sind die Abgrenzungen gegen links für mich eher nicht verständlich. Ich will alle Radikallinken an einen Tisch zu dieser Diskussion bringen. Die Fortentwicklung der SPD können sich Kühnert und Wagenknecht teilen, ist nicht schlecht, aber nicht mein Ding. Im lokalen wie im national/internationalen fehlen die Ansätze radikalen politischen Handelns. Das habe ich in der Aufstehen Freiburg Gruppe so nicht gesehen. Die vielen, die kamen, und von denen ich einige kannte durch meine Arbeit, waren linksliberale wütende Bürger, die sozial-und friedensbewegt waren, aber nicht unbedingt mit den Linken was zusammen machen wollten. Sie blieben dann weg. Es war eine sehr aktionistisch orientierte Gruppe. Die, mit denen ich geredet habe, haben schon lange keine Badische Zeitung mehr gelesen, informierten sich andersweitig, redeten eher „global“. Da fallen dann auch Handlungsakzente schwer, finde ich.
    Freiburg hat eine gute alternative Geschichte. Wir haben erkämpft und da war ich auch dabei: die erste bundesweite Frauenbeauftragte, das erste bundesweite Mietersyndikat, das verhinderte KKW Wyhl, das erste bundesweite linksradikale freie Radio. Wir hatten für eine mittlere Stadt die ersten massiven Polizeieinsätze in den 80ern zur Gentrifizierung von alter Bausubstanz, das hat die Bewegung nachhaltig geprägt. Hooligans trauten sich nicht nach Freiburg, weil die damalige sehr aktive Punkbewegung deutlich machte, welche Prügel es da setzen würde. Die Gentrifizierung damals und die FfF heute haben 30 000 Demonstranten auf die Beine gebracht. Das war bis jetzt das Ende der Fahnenstange. Ca. 10% der Bevölkerung, genau wie die Linke Liste im Gemeinderat hat. Jetzt kommen noch 3 links-grüne Räte dazu. Die Politik ist ok, aber sie stagniert in einer Mittelmäßigkeit aus meiner Sicht. Freiburg hat genausoviel Obdachlose wie andere Städte, Wohnungen gentrifiziert, Mietenexplosion. Das Jugendamt nimmt immer mehr Kinder und Jugendliche in Obhut, Sucht und Depression wachsen – alles ist nicht anders nur lieblicher verpackt . Dafür haben wir einen Stadtteil, Vauban, der in den 90ern gebaut wurde und fast nur grün wählt, ein bisschen links auch.
    Alles also lieblich, alternativ, nett – die bundesweite FfF-Demo war die größte in Freiburg mit 5000 Teilnehmern, aber zur gleichen Zeit das Stadtfest in Breisach in den ersten 2 Tagen 60 000 Besucher. Und das war nur eines von vielen gleichzeitigen Sauf-Fress-Festen im Südwesten. Leben und leben lassen ist das freundliche Lethargiemotto im Ländle. Bei den Kreistagswahlen gibt es nur einen roten Landkreis, nur einen Linken insgesamt und der Rest ist schwarz-blau. CDU und Freie Wähler.

    Die Monopolzeitung ist die Badische Zeitung. Bürgerlich-liberal, Dahrendorf, FDP würde ich mal sagen. Gewerkschaften, Betriebskämpfe kommen so oft vor wie Weihnachten, als Marketing-Produkt eiert sie sich gerade in die grünen Regierungskreise ein. Was ihr anzurechnen ist: Sie managt ein Forum, in dem zur Zeit einige aufrechte Bürger den Kampf gegen rechts führen.

    Die Linke Liste im Stadtrat ist ein Bündnis von linken, feministischen und kommunistischen Menschen. Sie kümmern sich richtig um die sozialen Belange von Abgehängten und Diskriminierung von „Randgruppen“. Ihr Selbstlob bezieht sich u.a. auf das Sozialticket, dass sie 10 Jahre lang erkämpft haben. Des weiteren haben sie eine Bürgersprechstunde beantragt, wo einmal monatlich Stadtrat und Verwaltung zur Stellungnahme gebeten werden. Wurde mehrheitlich abgelehnt. Es gibt einen Beteiligungshaushalt, viel Teilhabe, an der sich viel zu wenige Bürger beteiligen, bürgerinnenversammlung und Quartiersräte - aber sie sind nicht basisdemokratische Räteentwicklung. Statt dessen beginnen nun die Bürgervereine, die in jedem Stadtteil existieren und traditionell konservativ sind, entweder CDU oder SPD-verbunden, zu fordern, dass sie Stimmrecht bekommen und politisch dem Stadtrat gleichberechtigt sind. Da läuft den Linken eine Bewegung weg und die diskutiert das noch nicht einmal.

    Ansonsten sagt der immer wieder gewählte Kommunist, dass sich seine Erfolge aber nicht auf die kommunistische Partei übertragen haben.
    Ich war nun die letzten 20 Jahre aktiv in Vorbereitungsklassen und in der sozialen Arbeit samt Bildung im Stadtteil, vor allem Integrationsmodelle. Nirgends da waren diese linke Liste aktiv. Es blieb bei richtigen aber sehr oberflächlichen Forderungen, was auch auf die Qualität der kommunalistischen Arbeit schließen lässt. Alle Vertreter halten sich an die Schweigepflicht aus ihren Gremien und so dümpelt die Arbeit aggressionslos vor sich hin.

    Ich habe nun die letzten 2 Jahre mit den meisten Akteuren aus diesem Rahmen Gespräche geführt, um ein „Brücken“ Forum einzurichten oder eine Online- Zeitung – was ein ganzes Stück mehr Arbeit wäre – um das Machtmonopol der Presse zu brechen, alternative und linksliberale Gegenöffentlichkeit zu bilden und notwendige Diskussionen zuzuspitzen. Alle Angesprochenen von Ökologischen bis Linksjugend waren damit einverstanden und fanden es dringend notwendig. Niemand hatte die Kraft und Zeit es mit mir durchzuführen. Auch das linksradikale Radio Dreyeckland hat das in seinen Redaktionen diskutiert und befürwortet. Ich hatte da in den 90ern gearbeitet. Die haben ja nun die berühmten 10 „Antis“, nach denen man Beiträge zu schreiben hat.
    Da stehe ich nun also. In der Bündelung bestehender Strömungen links-alternativ zu einer effektiven Gegenöffentlichkeit und eines linksradikalen Rat-Schlags zur weiteren Analyse und Strategie. Der Fragen gibt es genügend zu klären. Zum Beispiel was Martin hier erwähnte: Was ist mit den Menschen und ihrer Trägheit oder ihrem Sadismus? Oder HC: Was wären denn die nicht ablenkenden Handlungen, die unsere Gesellschaft verändern.
    FfF in Freiburg ist eine breite Bewegung und ich kenne welche aus der Unterstützermenge - den Parents und den Omas gegen Rechts. Das ist das berühmte Freiburger links-liberale Klientel. Immer da und gut, aber eben nicht systemübergreifend. Sie repräsentieren das, was bis heute entstanden ist. DA müsste nun eine weiterführende theoretische Diskussion einsetzen.
    Diese meine Inhalte habe ich bei den Aufstehern Freiburg nicht gefunden, mein Weg hat sie nicht interessiert. Deswegen bin ich da nicht mehr. Eigentlich ist da niemand mehr, außer vielleicht 4 Hoffenden. Gleichzeitig könnte sich aus dieser neuen FfF-Bewegung ein Medium herausbilden. Bei diesen vielen begrüßenswerten Gruppen und Initiativen in Freiburg sehe ich außer einem Print-Medium aber auch ein Problem in den Inhalten, die man z.t. nicht verbinden kann. Krieg und Frieden, Abrüstung und Entmilitarisierung sehe ich als einzig effektiven Weg, was die und uns alle verbinden kann.
    Also ich habe 2 Punkte, die mir wichtig sind und die nicht automatisch miteinander verbunden sind.
    Ich bin mir nun aber nicht klar, wie dieses kommunale Freiburg im Brückenbauer –Konzept Platz finden könnte– politisch wie organisatorisch. Darüber muss ich nachdenken und melde mich.



  • Ergänzung:

    Die Badische Zeitung - grenznahes Medium - schweigt die Gelbjacken total tot samt den Aktionen der Polizei - und hat auch nur in ihren Anfängen rein sensatioinsbedingt über Wagenknecht und Aufstehen berichtet. Nach dem 3. Bericht war die Bewegung totgesagt. ALLE politischen Bekannten die ich aus dem alternativen Bereich in Freiburg habe, interessieren sich nicht besonders über den Fortgang von aufstehen.
    Das müsste man auch mal analysieren - wie das z.B. bei anderen ist.


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