Anarchistische Ansätze im Kommunalismus


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    Dieser Beitrag ist eine Antwort an Ralf (Thema Fremdworte, Begriffe); er gehört nicht zum Hauptstrang.
    @Ralf Tut mir sehr leid, dass ich diese Beiträge übersehen habe. In der Übersicht "Aktuelles" rutschen die Beiträge, wegen der vielen Regional-Threads, immerzu nach unten, beinah schon wie in facebook (und wir wollen es doch besser machen hier?). Es ist sicher keine Erleichterung, dass ich zum "Global Moderator" gemacht wurde (der einzige ausserhalb von Sachsen-Anhalt, lol), und darum ALLES sehe, was gepostet wird, auch in geschlossenen Gruppen.
    Zum Problem selbst wäre viel zu sagen; ich teile die Vorstellung nicht, dass wir hier Texte verfassen, und Debatten führen, die später und ausserhalb auf Interesse stossen. Ich schreibe zunächst und ausschliesslich für meine Gesprächspartner. Das Problem des Einander-Verstehens ist dabei von beiden Seiten aus zu lösen.

    ((Man verkennt, dass Menschen, die wie ich begrifflich etwas zu ordnen versuchen, mit dieser Aufgabe bereits an ihre Grenzen stossen, und die Vermittlung solcher Theorie-Gebilde einen zweiten Schritt darstellt, der von denselben Leuten oder andern oder von ihnen gemeinsam mit den Lesern (die sich dann aktiv um Verständnis bemühen) zustandegebracht werden muss. Der verknotete Stil vieler theoretisch tätiger Menschen verdankt sich ihrer Vergrübeltheit - Fehler und Lücken in der Übersicht lauern überall, es ist da eine Art Über-Aufmerksamkeit bei einem am Werk, solang man sich des Stoffs nicht sicher ist (und das kann dauern). Ich korrigiere meine Texte bei beinah jedem Wiederlesen, und finde zuvor überlesene Schreib-, Ausdrucks- und Grammatikfehler in grotesken Ausmassen, weil ich mich bei den Malen davor immer noch auf den Inhalt konzentriert hatte. Es ist also nicht Mutwille oder gar der Wunsch, akademisch aufzutrumpfen. Fremdwörter sind oft einfach auch ein Jargon, in den der Betreffende durch seinen BIldungsgang eingeführt ist, also eine Art (schlechte) Gewohnheit.))

    Ein andres Thema ist das, zu dem Willi weiter oben Stellung genommen hat. Dazu kann man sich beinah schon wieder nicht anders äussern als - durch theoretische Überlegungen.
    Ich vergleiche es mal mit Mathematik, elementarer, etwa Dreiecks-Geometrie: Die ersten Sätze sind da dermassen trivial, dass jeder ungeduldig fragen könnte: Wie, und das soll jetzt eine grosse Erkenntnis sein? Natürlich nicht; der Nutzen zeigt sich erst später. - Mit Kategorien und Begriffs-Zusammenhängen ist es ähnlich; die zugehörige Disziplin, die die meisten Leute aus ihrem Bildungsgang kaum kennen (und wenn, dann nur in historisch unentwickelten Vorstufen) heisst Philosophie.

    Man kann hier nur appellieren, sich auf diesem Feld ähnlich einzustellen, wie man es tut, wenn man Physik lernt, und die zugehörige Mathematik als selbstverständliches Handwerkszeug akzeptiert. Philosophischer Stoff ist ähnlich grundlegend in der Sozial- und Kulturanthropologie (ich nehme diese eher amerikanische Benennung, weil sie moderner ist und mit weniger ungut-altbackenen Assoziationen verknüpft ist als unser Ausdruck "Gesellschafts- und Geisteswissenschaften"), wie Mathematik in den MINT-Fächern. (Dass Philosophie sogar für diese Fächer incl Mathematik Grundlagen liefern könnte, hat sich noch nicht genug herumgesprochen, als dass es einem ohne weiteres abgenommen wird. Es ist aber wahrscheinlich so.)
    Philosophie ist auch die theoretische Disziplin, die gegenüber Mathematik verspätet gestartet ist und erst jetzt vermutlich davor steht, in eine ähnliche Expansionsphase einzutreten wie die Mathematik ab der 2.Hälfte des 17. und endgültig ab dem 18.Jahrhundert. Inwieweit das alles Expertenstoff bleiben kann oder muss, und inwieweit Kenntnis dieser theoretischen Fächer Allgemeingut werden kann oder muss, ist eine noch ganz andre Frage.
    Was ich an "Theorie" schreibe, ist im wesentlichen philosophische Begriffsklärung im bezug auf politische Themen (und das heisst: Es ist wurzelt in grundlegenderen Kategorien, wenn wir die Definition nach "rückwärts" verlängern würden; in den vier Gruppen von Regelsystemen,...
    ...denen, die zwischen Erfahrungsstoff und daraus erschlossener (kollektiver) (Versuchs)Praxisänderung (Beschluss, Votum, Befürwortung/Ablehnung) "vermitteln", also die Erschliessung des Beschlusses aus dem Erfahrungsstand regulieren/begründen...
    ...ist die ganze Erkenntnis- und Entscheidungstheorie enthalten, aber auch Handlungstheorie.
    Die Darstellung enthält da eher Platzhalter, Andeutungen, was an den einzelnen Stellen ausgeführt werden müsste, wenn man sich genauer Einblick verschaffen wollte. Danach besteht nicht immer Bedarf.



  • Doch, das verstehe ich, lieber Willi. Meine Endlos-Anfrage an dich und HC aber ist: Wo bleiben die Anarchisten? Es gibt keine. Sie sitzen in ihren Zentren, die auch noch städtisch gefördert sind oder haben ein paar Häuser besetzt. Sie sind meistens jung. In Freiburg machen sie Lesungen mit anarchistischen Texten, Punkfeten und regelmäßig antifaschistische Demos sowie antifaschistische Recherchearbeiten. Was sie organisieren ist ihr Narzissmus. lol

    Stell dir vor, Willi, man sollte selbst organisieren und NIEMAND macht es. Es gab in Freiburg das Forum 2000 - Bewohner eines Hochhausviertels haben das Wohnen in den 80ern in ihre Hand genommen, einen Verein gegründet und ihre Sozialarbeiter selbst eingestellt, samt Konzeptentwurf und inhaltliche Vorgaben. Auch das ist leidlich eingeschlafen und daraus hat sich keine sozialistische Perspektive ergeben. Die anarchistischen Freaks sind sowieso außen vor - mit Spießern machen die nix.

    Das habe ich als Problem aufgeworfen am Beispiel oben (weil die Bürgerlichen, in dem Fall die Sozialdemokraten, die Notwendigkeit der Quartiersarbeit und der Basisarbeit erkannt haben) - weil es die Regel ist und uns die Zeit wegrennt. Und offensichtlich verstehst du das nicht und kommst wie HC "unten" an der Basis nicht an.

    Meine Mutter hat mir früher mal ein alemannisches Büchlein geschenkt: Herr Wenner und Herr Hätter.... 🙂


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    @Lotte Wieso nur ist es so absolut selbstverständlich, dass der Schritt auf die sog Basis (wer oder was ist das eigentlich genau, heutzutage?) zu der erste sein muss?
    Darin ist zweierlei unterstellt, und ich denke, dass darin dein ursprüngliches DKP Engagement (kein Vorwurf, dient nur der Erklärung) weiterwirkt:

    1. wie die sog Avantgarde strukturiert ist, versteht sich von vorneherein, es IST bereits umgesetzt oder ist leicht wiederholbar. (In deinen Szenarien kommt das vor als: die linksradikalen vorhandenen Aktivisten und Experten zusammenbringen.) Es ist dann auch klar, was di ezu tun haben.
    2. Über diesen zweiten Punkt bist du dir vielleicht überhaupt nicht im klaren, weil er mit Sicherheit bei der DKP als selbstverständlihc unterstellt war, so selbstverständlich, dass es nie richtig thematisiert und begründet wurde: Die initiiierte Bewegung und Organisation für sic hallein führt garnichts herbei, alle Organisation und alle Formierung ist Vorbereitung auf KRISEN, ohne die ein Umbruch, oder eine Durchsetzung wünschenswerter Ziele nicht denkbar ist.
      Diese Krisen-Zuspitzungs-erwartung ist ein ECKPFEILER jeder traditionell-leninistischen Theorien und Praxis. Die Problem-Stellung ist aber ein ganz andre, wenn die Fundamentalopposition rechnen muss mit einem immer weiter erfolgreichen bürgerlichen System, das sich immer fester eingräbt, ODER einem zunehmend versagenden, das aber darum die von ihm slebst entwickelte Produktivkraft-Basis nachhaltig untergräbt, sodass das Alternativ-System mit extrem beschädigten Ausgangsbedingungen konfrontiert sein wird. Beides Voraussetzungen, mit denen kein Traditions-Marxist je ernsthaft gerechnet, und auf die er seine Strategie eingestellt hat.

    Ich habe ingsgesamt GROSSE Schwierigkeiten mit deinem (und natürlich auch Willis) Diskussions-Stil. Nicht weil ihr besonders ausfällig oder angriffslustig seid. Sonndern weil es da eine eigenartig wenig entwickelte Bereitschaft gibt, sich auf die Begründungsstruktur der Andern zu konzentrieren und das zu tun, was ich die Suche nach der Ursprungs-Kontroverse nenne. Ich versuche das ununterbrochen, und das grade eben war wieder so ein Versuch. Es ist nicht polemisch aufzufassen, sondern wirklich als ernsthafte Rekonstruktion der Voraussetzungen, unter denen jemand Strategien vorschlägt. Über die Gründe für diese mangelnde Bereitschaft kann ich nur spekulieren. Es mag damit zu tun haben, dass die Betreffenden (ihr seid ja nicht die einzigen) entweder immer in geschlossenen Milieus sich aufgehalten haben, ODER stark vereinzelt waren, ODER so sehr bereits in "Praxis" auf Grundlagen ihrer strategischen Entwürfe verwickelt, dass sie kaum je Alternativen kennen und zu widerlegen gelernt haben. Für mich, das kann ihc sagen, ist das hingegen gewissermassen der Alltag von Beginn an geesen: Auseinandersetzung mit anderen Linken, mit Bürgerlichen, mit Standpunkten aller Art. Die nicht weggehen, wenn ich sie als "Kopfgeburt" oder "Salonlinke" und dergleichen beschimpfe.



  • Ich habe nie gesagt, dass es der erste Schritt sein muss. Ich arbeite seit 35 Jahren zweigleisig. Sowohl als auch. Das habe ich speziell dir auch schon mehrfach gesagt - du musst es halt auch wahrnehmen.

    Wenn wir als Linke oder Linksradikale oder Anarchisten konsequent im Stadtteil gearbeitet hätten, hätten wir eine stabile Basis, um z.B. gegen Krieg und für Frieden Forderungen durchzusetzen, die nur national oder international zu stellen sind. Wir hätten eine Basis von Menschen, die gelernt haben, Verantwortung zu übernehmen und Selbstverwaltung umzusetzen und sich nicht mehr auf "die da oben" verlassen. Sie wären initiativ in allem, was sie betrifft - und genau da wird es nicht mehr provinziell sondern global. Wäre das bundesweit so ausgebaut, hätten wir ein Netzwerk, das sich durch Neugier, Wissen, Erfahrung und Handlungsorientheit auszeichnet. In meiner Stadtteilarbeit war die "Avantgarde" z.B. gar nicht unbedingt kommunistisch aber radikal basisdemokratisch-bürgerlich. Ohne Marx zu kennen und kennenlernen zu wollen. Eine extrem gut sich organisierende Gruppe, urkommunistisch sozusagen. Hat mir als Ansatz gereicht, hätte man auch global ausweiten können.

    Wir haben die Formen - von Sozialliberalen entwickelt, von einigen Linken erweitert, von Anarchisten richtig analysiert aber nicht umgesetzt - an die wir anknüpfen könnten. Salonlinke wollen das nicht - sie bilden ihre abgeschlossenen Grüppchen mit diffuser Hoffnung, irgendwann irgendwie eine Mehrheit zu werden, aber hauptsächlich im Bestreben, ihr homogenes Gruppengefühl zu erhalten. Wusstest du, dass 98 % aller Menschen ihre Liebe samt Heirat im selben Bildungsniveau finden? Unverändert seit Jahrzehnten - so ist es auch in der Politik.

    So bleiben die Aktiven marginal bezogen auf die Gesamtbevölkerung und ein global agierender Jürgen Grässlin bleibt unbekannt außerhalb seiner Fangemeinde. Ein gutes Beispiel.

    Die DKP früher - ich spreche bis zu den 80ern - war in Stadtteil und Betrieb wie Gewerkschaft aktiv - aber meistens nach dem Stellvertreterprinzip und auch damals noch nicht mit allen professionellen Ergebnissen vertraut. Diese haben sich im Sozialarbeitermilieu als "Empowerment"- Ansatz entwickelt, der von sozialliberaler und kirchlicher Seite natürlich bekämpft wird. Ich habe mmich seit 1987 weder theoretisch noch praktisch mit der DKP beschäftigt - erst jetzt mit der komm.org. Ich war in ganz anderen Regionen aktiv.

    Ich bitte dich - wer im geschlossenen Milieu seine Studien einsam betrieben hat und das Leben über lesen erfahren hat, bist du. Ich nicht - im Gegenteil. Du bist gut im Denken - aber du müsstest vom Kopf auf die Füße gestellt werden. 🙂

    Dass das bürgerliche System sich immer weiter eingräbt war das Thema meines Threads oben. Das scheint dir nicht bewusst zu sein. Heute in der Badischen Zeitung kommentiert ein konservativer FDP-Anhänger, Ingenieur, dass in seinem Umfeld (Baustellen, Arbeiter, Handwerkter) zu der Steinmeierrede von wegen, die AfD sei nicht "bürgerlich" und die Replik eines Aufstehers, der Stammtisch würde seit Jahrzehnten AfD-Meinungen produzieren, dass er dem zustimme und sich aufgrund seiner Erfahrungen wundere, dass die AfD nicht schon 30% Stimmen erhalte. ICH behaupte, es sind über 60 %, wenn man nicht nach Parteien sondern nach Grundhaltungen schaut. Das wird die Inhalte der sog. Volksparteien negativ abdriften lassen.
    Diese 60% findest du im Stadtteil und sie werden nicht von Linken abgeholt. Hier gräbt sich das bürgerliche System ein und es macht seit 5 Jahren enorme Anstrengungen.
    Aber ich muss ja meinen Beitrag von oben nicht wiederholen.



  • Ich war Jahre in der Frauenbewegung, in der Schwulen-Transenbewegung, in der Bildungsarbeit - und all das habe ich nie stadtteilbezogen gemacht.

    Stadtteil war erstens das linke Stadtteilradio und IBiS - unser Verein Interkulturelle Bildung und Soziale Arbeit im sTadtteil. Der wurde von linken Sozialarbeitern und mir entwickelt, weil wir von der Stadt in einen Brennpunkt-Stadtteil gerufen wurden, weil wir uns von traditionellen Trägern unterschieden, indem wir schnelle Erfolge hatten, wo andere einen Problem-Popanzaufbauten. Unser Thema war Bildung und Integration, unser Partner war eine linke Bewohnerinitiative, die der Stadt und den etablierten Trägern trotzte und die einen Gewährsmann in der Verwaltung hatte und dadurch ein basisdemokratisches Empowerment-Konzept durchsetzte, selbst Sozialarbeiter einstellte. Das waren noch rudimentäre Ansätze - Betrieb und Arbeit waren nicht das Thema, sondern Wohnen und Leben und Bildung. Eine Quartiersstruktur wurde dann später von der Stadt aufgebaut - das Viertel "starb" nach 8 Jahren wegen Gentrifizierung.

    Die Basis definiert sich also je nach Thema. Frieden wäre ein ideales Quartiersthema. WEil erstens viele Zugezogene aus dem Krieg kamen und zu Leben eben Frieden gehört.


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    @Lotte Bei unserem Telefonat eben haben wir geklärt, dass aus meiner Warte deine Beispiele für eine radikallinke Globalstrategie immerzu auf die Quartiersarbeit zurückgreifen; darüber hinausgehend höre ich nur: "Druckmachen" (statt selbst die Regierung stellen?) und "Bündnisse von Linksradikalen, Experten, Organisationen wie Gewerkschaften schliessen (und dabei Kompromisse machen)" (in diesen Bündnissen bleiben die Beteiligten wesentlich, wie sie sind, und machen "Aktionen" (Druckmachen?) mit Bezug auf den kleinsten gemeinsamen Nenner).*)
    Sie können aber nicht bleiben, wie sie sind; und wir müssen die Regierung stellen (demokratisch gewählt). Wenn also das die beiden anderen Pfeiler deiner Strategie sind (das Druckmachen statt selbst Regieren; das Sammeln ohne Verändern der Gesammelten), wird da ähnlich von mir widersprochen: Was du vorschlägst, ist keine Regime-Change-Politik, im utopischen Idealfall schafft es "irgendwie" und hoffentlich günstige Voraussetzungen, weil da irgendwelche Verbindungen sind wie die zwischen "Frieden" und "Kriegsflüchtlingen, die in den Quartieren wohnen".
    Das ist aber nicht die Art, wie ein zivilgesellschaftlich geführtes und gelenktes demokratisches Staatsprogramm etabliert wird (ein neuer Ordnungsrahmen, der an die Stelle des etablierten bürgerlich-neoliberalen tritt - oder auch an die Stelle sozialdemokratsicher oder staatsozialistischer, denn das sind ALLES bürgerliche Staatsprogramme. Der Begriff wäre zu erläutern.)

    *) Nachtrag 16.09. Die GegenÖffentlichkeit hatte ich vergessen mitzuerwähnen; ein weiterer Strang im Gesamtkonzept von Lotte, soweit sie ihn erwähnt hat. Ich glaube, auch der "Putsch" der "Avantgarde" und der Demokratische Zentralismus gehören dazu.

    Die kollektiv lernfähige Zivilgesellschaft bzw der dazu befähigte Teil von ihr, mit seinen Sympathisanten, ist von mir ironisch "Partei allerneusten Typs" genannt worden. Damit ist angedeutet: Wo früher Politbüros Entscheidungen getroffen haben, treffen sie DANN hunderttausende, Millionen Leute - im Konsens.
    Das zustandezubringen ist die zu lösende Aufgabe - zum Zweck der Entwaffnung der bisherigen Staatsagenten; der weltweiten Gleichverteilung reparierter, robuster, reserven-haltiger, intelligent-reduzierter, reproduktiver Reproduktionschancen; und dem anschliessenden koordinierten radikal-ökologischen Umbau der Industrie-Produktion.
    Du, Lotte, denkst von Methoden, die anzuwenden wären, her - Methoden, die nicht zuletzt auch an Ideen von aufstehern erinnern, Methoden des irgendwie Sammelns hinter Anliegen: "Die Basis definiert sich also je nach Thema." Die Themen sind nicht strategisch durchdacht, du denkst also nicht von den anstehenden Aufgaben her. Statt Aufgaben sollte man besser sagen: zu lösende Probleme. Ich stelle deinem Satz meinen entgegen: "Die Organisation definiert sich durch das zu lösende Problem." Und wie DAS ausschaut - darüber wird in ANALYSE UND KRITIK geredet. Die interessieren bei auftshen derzeit niemand.
    Im Zirkelnetzwerk fängt man DAMIT an.



  • Der Büttenredensatz ist ja, wo früher Politbüros Entscheidungen getroffen haben, treffen sie dann Hundertausene, Millionen Leute im Konsens.

    Und die Unterstellung, das will ich nicht und kann ich nicht.

    Bestens. Die Organisation definiert sichdurch das zu lösende Problem - ja. Aber nicht in deinen Vorschlägen. Falsche Organisation.

    Da du aber nur wegen der 2 Diskutanten und nicht wegen der Öffentlichkeit diskutierst, lasse ich das hier. Weil das dann eine falsche Organisation des Problems Kommunikation wäre - meine nicht, aber deine. Wir beide sind an diesem Punkt des Problems austherapiert und das heißt Schweigen.


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    @Lotte Nun, ich habe meinen Ansatz zur Lösung des ZENTRALProblems der Massen-Kommunikation bereits angedeutet (aber bei weitem nicht ausgeführt): das "Kollektivieren" der (Lern)Regeln des Erschliessens von (kollektiven) (Versuchs)Plänen aus gegebnen und geteilten (gemeinsam für relevant erklärten) Wissensbeständen.
    Was daran ist bereits nach diesen wenigen Andeutungen falsch? (Abgesehen davon, dass es um Grössenordnungen mehr Ausführungen braucht, um wirklich verständlich zu sein.)
    Das Motiv, dass man Einzelpersonen nicht einer Antwort würdigt, wenn es nicht wenigstens in einer "Öffentlichkeit" geschieht, passt wieder zu dir, und zu mir nicht.
    Wenn sich da zwei Personen verständigt haben, ist das exemplarisch für alle, die denken, wie die beiden VOR ihrer Verständigung dachten. Das ist eben die andere Art der "Verallgemeinerung" oder "Vergesellschaftung", die ich vorschlage - rationale Argumentation: Alle können es einsehen.



  • Du bist einfach verrückt. Oben hast du beschrieben, dass die Kommunikation eben nur zwischen 2 stattfndet - meine Ansicht ist eine andere, was Heike als Zuhöererin beweist. Deswegen bin ich für öffentlichen Diskurs in Zeitungen, Foren etc. um eine "Kollektivierung" von Inhalten, Fakten, von Konsensbildung voranzutreiben. Das hast du bezogen auf Freiburg und auch hier auf Foren abgelehnt. Du drehst das einfach um, wie viele meiner Aussagen. Ich brauche eine Ruhephase, weil ich mit deiner Diskussion einfach zu gestresst bin und zu viel wiederholen muss. Nimm es als mein Problem.



  • Liebe freunde, hier @Lotte und @HCGuth, nehmt etwas pause und entzieht euch dem getrieben sein. Ich meine natuerlich hauptsaechlich @HCGuth, der es einfach nicht lassen kann, ein thema zu zerreden.

    "Anarchistische Ansätze im Kommunalismus"

    So, das ist ja eigentlich das thema von @Lotte. Der erste querschlaeger kam von Ralf, fuer den wohl viele woerter fremde woerter sind. Ein typischer reflex von menschen, die ein thema nicht leiden koennen, aber inhaltlich dazu nichts zu sagen haben. Wie zu erwarten war, hat sich das schnell aufgeloest.

    Jetzt kommt @HCGuth dazu, an dem wohl so manches vorbeizieht. Und in seiner gewohnten manier ueberladet er das thema mit fragensegmenten, denen er wohl selbst nicht folgen kann, weil sie so diffus im raum verteilt sind.

    Aber der text von @Lotte ist immer noch nicht reflektiert. Liegt herum und wartet.

    @Lotte zeigt nun, wie die herrschenden cliquen das problem der mangelnden Legitimitaet angehen.

    Dazu wird Claus Leggewie herangezogen, "der sich seit Langem mit konsultativen Formen der Bürgerbeteiligung beschäftigt und für sie wirbt, erklärt die offenbar immer noch vorhandene Skepsis gegenüber Bürgerräten so: "Vertreter der Exekutive wie der Legislative tun sich schwer, das Modell zu verstehen." Oft werde gedacht, solche Räte würden als Konkurrenz zum Parlament aufgebaut oder würden auf eine direkte Demokratie zielen. Genau das Gegenteil sei der Fall. "Was wir vorschlagen, ist eine Untermauerung der Volksvertretungen. Es geht darum, die repräsentative Demokratie repräsentativer zu machen.""

    Jetzt frage ich euch, ist der Groschen gefallen? Oder immer noch nicht?

    Lotte fragt nach "anarchistischen Ansaetzen" im "Kommunalismus". Wenn wir uns diesem thema zuwenden, dann muessen wir zuvor fuer alle anderen unsere individuellen sichtweisen zu diesen beiden termen darlegen, sonst reden wir aneinander vorbei.

    Notwendig hat Lotte hier den vorrang, weil sie auch dieses thema vorgelegt hat. Weil aus ihrem beitrag geht darueber erstmal nichts hervor. Vielleicht reicht das schon, um uns wirklich dem thema naehern zu koennen.



  • Meine frage an @HCGuth. Welche "Analyse und Kritik" meinst du denn? Ich kenne mindestens zwei, vermute aber, es gibt noch mehr davon. Aber vielleicht sind die vielen nur die verkleidung des Inneren?


  • Mecklenburg Vorpommern

    Teilhabe Aller haben alle staatlichen und gesellschaftlichen Organisationen zu gewähren und zu sichern. Das ist die Forderung an diejenigen, die von sich behaupten, legitimiert zu sein etwas zu entscheiden, oder gar Entscheidungen um zu setzen. Der einzige Suverän in einer Demokratie ist das Volk. Jeder innerhalb der Gemeinschaft ist Teilhaber, jeder hat das Recht an ihn betreffenden Vorgängen und Entscheidungen teil zu haben. Das ist das, was die bestehenden Institutionen und Organisationen zu gewähren und zu sichern haben. Wenn wir dieses Ziel im Blick haben, dann sind "kleine Schritte" keine Stabilisierung des Systems, sondern es sind die ersten wichtigen Kratzer, die die Wunde aufreißen und den Riesen irgendwann zum Einsturz bringen.



  • Ottopeters Ansatz ist ein interessanter, der auch unserer früheren DKP-Arbeit entsprach - die Risse im Staudamm so vermehren, dass es die Bedingung zum Einsturz wird und zu einem qualitativen Sprung resp. Revolution wird.

    Das wird nun von der neuen kommunistischen Bewegung kritisiert, weil sich in der Praxis ein Stellvertreterprinzip erhalten hat und Bewegung keine Massenbewegung wurde. Das stimmt aus meiner Erfahrung - wir haben für die Menschen gekämpft und es nicht geschafft, dass alle eine Selbstverantwortung/Eigenaktivität entwickelt haben. Es wäre also die Frage, wie weiter und wie dem bürgerlichen Konzept, das im Vormarsch ist, eine Erweiterung oder eine Gegenstrategie entgegenzuhalten.
    Dazu einer von vielen interessanten Beiträgen aus der Diskussionstribünde der neugegründeten kommunistischen Plattform. Mein erster Beitrag zum Thema war der ebenso interessante link zu den jungen Anarchisten, hier die Kommunisten. Beides sind Beiträge zu einer Diskussion, die wir drängend führen müssen.

    "Ich stimme den Genossen zu, dass es richtig ist, den Schwerpunkt unserer politischen Praxis auf den Aufbau von unabhängigen Massenorganisationen, auf eine breit ansetzende, auf langfristige Kontinuität ausgelegte Massenarbeit zu legen. Es ist richtig, dass die meisten Organisationen, die sich der revolutionären Arbeiterbewegung zurechnen, und andere, „postmoderne“, „pluralistisch-linke“ Organisationen wie die Interventionistische Linke sowieso, ihre Praxis darauf beschränken, von einer Bewegung oder Kampagne zur nächsten zu hüpfen. Damit erreicht man nur bereits anpolitisierte Personen mit überwiegend kleinbürgerlichem und oft akademischem Hintergrund. Eine geduldige und systematische Massenarbeit, die die Voraussetzung dafür ist, sich in den breiten Massen des Proletariats zu verankern, ist durch einen solchen Fokus nicht möglich. Hier liegt unser Leitantrag absolut richtig, wenn er den Schwerpunkt weg von einer so verstandenen „Bewegungsorientierung“ und hin auf die Massenarbeit im Wohnviertel, im Betrieb und in anderen Lebensbereichen legt.
    Ich denke allerdings, dass Lennys Beitrag deutlich über das Ziel hinausschießt, wenn er die Arbeit in politischen Bewegungen grundsätzlich, auch ergänzend zur Massenarbeit, verwirft und als schädliche Ablenkung einschätzt.
    Die Entstehung von Klassenbewusstsein ist ein überaus komplexer Prozess, der sich bei verschiedenen Individuen auf abweichenden Wegen vollziehen kann, jeweils abhängig von den Lebensumständen, die bei einem Menschen zur Politisierung beitragen können. Es gibt nicht den einen linearen Entwicklungsweg zum klassenbewussten Arbeiter oder Kommunisten, der alle anderen Politisierungswege unwichtig machen würde. Natürlich ist es andrerseits auch nicht beliebig, anhand welches Themas jemand sich politisiert; natürlich eignet sich nicht jedes Problem gleichermaßen dazu, Klassenbewusstsein zu entwickeln.
    Kommunisten müssen daher an allen Problemstellungen und Themen ansetzen, an denen der Grundwiderspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung, also letztlich der Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital sich aufzeigen und zuspitzen lässt. Das sind aber eben nicht nur der Arbeitskampf oder der Kampf um bezahlbare Mieten. Es ist auch der Widerstand gegen die Kriegspolitik des deutschen Imperialismus. Es ist der organisierte Selbstschutz und die Solidarität gegen Faschisten und Rassisten, die vom deutschen Staat ausgehalten und hofiert werden. Es kann eine lokale Initiative zur Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf sein, die den antideutschen Reaktionären in der Stadt ihre braune Suppe versalzt und attraktiv für migrantische Jugendliche ist, die im Betrieb gerade schwer organisierbar sind, sich aber über die Ungerechtigkeit von Apartheid, Besatzung und Unterdrückung empören. Und ja, es können auch Bewegungen sein, die zu Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes entstehen und in denen das Bewusstsein dafür geschaffen werden kann, dass auch diese Fragen engstens mit der kapitalistischen Produktionsweise zusammenhängen und nur durch ihren Sturz gelöst werden können.
    Sicher, die kommunistische Partei muss ihr Verhältnis zu solchen Bewegungen genau überprüfen und abwägen. Oft sind diese Bewegungen nicht so „spontan“ wie sie behaupten; oft sind kleinbürgerliche und sogar reaktionäre Vorstellungen zu tief in ihnen verwurzelt, als dass es sich lohnen würde, dass wir unsere Kräfte hier investieren. Möglicherweise war „Fridays for Future“ von vornherein eine kleinbürgerliche, elitäre Bewegung unter dem ideologischen Einfluss der Grünen, bei der es unmöglich ist, dass die Arbeiterbewegung hier die ideologische Führung übernimmt. Möglicherweise ist es aber trotzdem möglich, auch im Verhältnis zu solchen Bewegungen Einfluss zu nehmen, um Zehntausende beteiligte Schüler nicht einfach der Manipulation durch eine liberale Kriegsverbrecherpartei zu überlassen. Wir wollen uns ja nun als Organisation mit dem Thema „Klimawandel“ eingehender beschäftigen; in diesem Rahmen können wir uns auch die Frage stellen, wie man auf gesellschaftliche Bewegungen reagiert, die sich zu dieser und ähnlichen Fragen positionieren. Grundsätzlich gilt eben: Die Einschätzung von Bewegungen und die Entscheidung, wie wir uns dazu verhalten, müssen konkret getroffen werden, anstatt es allgemein und grundsätzlich zu beantworten, wie Lennys Beitrag es tut.
    Ich will auf einige Punkte eingehen, die der Beitrag von Lip und Fiona aufwirft. Die Genossen argumentieren grundsätzlich, dass der Aufbau von Massenorganisationen entlang von „politischen Bedürfnissen“ nicht sinnvoll sei. Man kann sicher darüber streiten, inwiefern eine Initiative zur Palästina-Arbeit oder ein Antikriegsbündnis „Massenarbeit“ oder Beispiele für „Massenorganisationen“ im klassischen Sinne darstellen. Wichtiger ist jedoch die Frage, ob es grundsätzlich zielführend ist, dass Kommunisten auf dieser Grundlage breitere Bündnisse mit anderen Personen eingehen, gemeinsame Aktivitäten entwickeln und damit zur Politisierung dieser Leute beitragen. Für die Arbeit in solchen Feldern gelten grundsätzlich dieselben Prinzipien wie in der Massenarbeit in Betrieb, Gewerkschaft, Wohnviertel oder Schule: nämlich Unabhängigkeit und Eigenständigkeit, Aktivität und Solidarität.
    Die Argumente der beiden Genossen zu dieser Frage halte ich für wenig überzeugend. Dass so etwas wie „politische Bedürfnisse“ existieren, steht außer Zweifel. Es gibt eben nicht nur ökonomische Interessen und kulturelle/soziale Bedürfnisse, die als Ansatzpunkt für die Organisierung dienen können. Es gibt auch immer ein bestimmtes Personenpotenzial, das zu konkreten politischen Fragen aktiv wird und sich anhand dieser Fragen politisiert. Zu denken, dass man alle diese Menschen durch klassische Massenarbeit (Gewerkschaft, gegenseitige Hilfe, Sozialberatung, Arbeitersport usw.) organisieren kann, ist ein Irrtum. Ihr Interesse, also das, was sie in einen gewissen Widerspruch zur Strategie der Herrschenden bringt, ist eben spezifisch politisch. Soll ihre politische Entwicklung nicht bei einem diffusen reformistischen Bewusstsein stehen bleiben, müssen wir auch für diese Leute Angebote schaffen.
    https://kommunistische.org/vollversammlung-2019/diskussionstribuene/zum-zusammenhang-von-massen-und-bewegungsorientierung/

    Letztlich muss es uns um beides gehen: Um langfristige Massenarbeit, auf der sicherlich der Fokus liegen sollte, aber auch um praktisches Engagement zu Themen, die viele Menschen mobilisieren und politisieren. Lässt man die langfristige Verankerung weg, resultiert das in einem Kampagnen-Hopping und opportunistischer Anpassung an die sozialen Bewegungen. Hält man sich dagegen aus Bewegungen grundsätzlich heraus, werden wir zu einer Organisation, die sich zwar vielleicht im Stadtteil und im Betrieb verankern kann, die aber bei zentralen politischen Auseinandersetzungen nicht auf der Straße in Erscheinung tritt und diese damit den bürgerlichen und opportunistischen Kräften überlässt. Beide Extreme sollten wir vermeiden.
    Diese Herangehensweise ist nichts Neues. Es ist immer die Herangehensweise der kommunistischen Bewegung gewesen. Die KPD hat sich in der Weimarer Republik schließlich nicht darauf beschränkt, in Gewerkschaften, Arbeitersport- und Gesangsvereinen zu arbeiten. Sie hat auch die Antifaschistische Aktion geschaffen, in der sich Arbeiter über Parteigrenzen hinweg gegen den Faschismus organisieren konnten. Sie hat den Roten Frontkämpferbund, die Rote Hilfe, aber auch Gruppen zum Kampf gegen den Kolonialismus und imperialistische Kriegspolitik unterstützt. Nach dem Krieg entstanden die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und der Demokratische Frauenbund Deutschlands, bis er in der BRD verboten wurde. Die Bewegungen gegen die Wiederbewaffnung der BRD, den Vietnamkrieg, die Notstandsgesetze, den Abtreibungsparagraphen, den NATO-Doppelbeschluss, die Solidaritätskampagnen mit revolutionären politischen Gefangenen auf der ganzen Welt, der Kampf gegen die südafrikanische Apartheid, die CIA-gestützten Militärdiktaturen und viele weitere Beispiele – all das waren wichtige Auseinandersetzungen, die selbst im reaktionären politischen Klima der BRD Massen mobilisiert haben und in denen die Kommunisten zurecht gearbeitet haben. Ob mit der richtigen Orientierung, ist eine andere Frage, die wir uns stellen und die wir aufarbeiten müssen. Die richtigen Orientierungen müssen wir finden, indem wir Erfahrungen sammeln und diese ständig auswerten. Aber die Arbeit in diesen Bewegungen einfach aufzugeben, ist sicher keine akzeptable Lösung für Kommunisten. "



  • Liebe @Lotte, wer ist Thanasis Spanidis? Ist das Lotte selbst?

    Das problem fuer mich aus diesem text ist das sich selbst herausnehmen der akteure und ein fokus, der die anderen mobilisieren soll. Die frage nur: Wofuer mobilisieren?

    Generell nehme ich menschen nicht ernst, die ihr denken und tun nicht aus ihrem Sein ableiten, sondern irgendwelchen konstruktiven Phantasmen unterwerfen. Wenn wir uns selbst als "arbeitende Individuen" begreifen, dann liegt der schluss doch nahe, unsere Arbeitsumgebungen an unseren Anforderungen auf "stabile materielle lebensgrundlagen fuer Alle" ausrichten und beginnen notwendig in der spaere der oekonomie. Wenn wir selbst in "parasitaeren Verhaeltnissen" leben wollen, dann mag das berechtigt sein, die anderen fuer die eigenen zwecke zu mobilisieren.

    Ein anderer, fuer mich zentraler Irrtum kommt in der kurzen Parole zur "ideologischen Fuehrung durch das Proletariat" zum ausdruck. Wenn wir selbst keine gestaltende Substanz haben, auf der wir aufsetzen, und nichts anderes uns zur verfuegung steht als unsere Zeit zu verkaufen, sich als Ware feilzubieten, dann fehlt uns jegliche orientierung fuer eine gemeinschaftliche Zukunft.

    Kommunisten sind Menschen, die den Kommunismus als ihr ziel erklaeren, und Kommunismus kommt von Commun, dem Gemeinsamen, den Gemeinschaften. Niemals ist die Vorstellung fuer Kommunisten moeglich, die anderen als "Massen" zu behandeln und so zu missbrauchen. Sie sind selbst teil der Vielen, verhalten sich als teil der Vielen, beteiligen sich an allem, was den Vielen stabile Lebensumgebungen ermoeglicht.

    @Ottopeter hat den Staat ins Spiel gebracht und wird damit maechtig auf die Schnauze fallen. Hier in diesem text geht es nur darum, wie mobilisieren wir die Anderen, damit sie das tun, was wir wollen. Das ist fuer mich genauso verkorkst wie die Vostellung, staatlichen Konstrukten irgendwelche Aufgaben zuzuschieben, mit denen sie absolut nichts zu tun haben wollen.

    Wenn wir in anderen gemeinschaftlichen Umgebungen leben wollen, dann muessen wir sie gestalten. Das lamntieren darueber, wie die Anderen dies nun tun sollten, ist hohler Krampf.



  • Nein, ich lese nur interessiert mit und habe die beiden Ansätze (siehe erster Link) hier zur Information eingesetzt. Was tun, wohin und mit wem.... Ich befinde mich im Suchmodus.

    Der Sprachgebrauch dieser neuen Bewegung ist ein alter, daran hake ich auch, vermute aber, dass sie das gezielt machen, um zu verdeutlichen, an was sie anknüpfen. Meine Sprache ist es nicht, aber ihre Inhalte sind auch meine Fragen. Aber ich gebe dir recht, dass sie in ihrer Sprache ein autoritäres Verhältnis zu zu steuernden Massen ausdrücken. Das wäre ein fataler Irrtum.
    Die Führung durch das Proletariat - sie übernehmen auch wieder den Begriff "Diktatur des Proletariats" weist auf einen alten Konflikt hin. Als wir - alles Studenten ab Mitte der 70er in die DKP eintraten, waren die Genossen Arbeiter nicht sehr erfreut und befürchteten, dass die Intellektuellen die Partei inhaltlich verwässern würden.

    In diversen Beiträgen wird das auch heute angesprochen, aber relativiert. Deswegem finde ich die Diskussion auf dieser Seite interessant, weil sie im Fluss ist, auf einen mehrjährigen Prozess der Findung setzt und von ganz unterschiedlichen Positionen gespeist wird. Mein derzeitiges Interesse ist, Personen kennenzulernen, weil nur über Diskussion ist nur die halbe Wahrheit.

    Und Massen - ich will natürlich die Massen hinter mir haben und dann hinter den Massen hermarschieren. Her mit den Millionen und das sofort! 🙂 🙂



  • Liebe freunde, @Lotte, @Guido, @Klaus, mein 2. versuch fuer einen kommentar fuehrte wieder zur loeschung des kommentars. versucht mal herauszufinden, was auf eurem server ablaeuft und wer da seine finger drin hat.

    Wir koennen das gerne unter einem anderen thema abhandeln. Ich werde meinen kommentar extern schreiben und ganz schnell hier herein kopieren. Vielleicht gelingt es mir.



  • Liebe @Lotte, wenn ich von "Massen" oder "Massen Mobilisierung" oder "Massen Organisierung" lese ueberkommt mich immer ein kalter Schauer. Hier kommt fuer mich eine absolut inakzeptable Arroganz zum Vorschein, die notwendig immer mit der entsprechenden Ignoranz in Verbindung auftritt.

    Wenn wir nicht selbst Teil der Vielen sind, als ihr Teil agieren, dann sollten wir uns besser einfach heraushalten. Ich habe das frueher ueber die Strukturen der Vertrauensleute erlebt. Ich war nie mitglied der DKP, sondern kurze seit mitglied im KBW (Kommunistischer Bund Westdeutschland), bis ich auch da ausgeschlossen wurde.

    KO (Kommunistische Organisation) ist schon vom Namen her falsch. Besser waere es, diese gruppe "Kommunistische Perspektive" zu nennen, weil das entspricht dem aktuellen diskurs in dieser gruppe. Dass wir uns dem Communismus zuwenden, also den Gemeinschaften, wie es im Namen schon transportiert wird, liegt doch wirklich nahe. Es setzt allerdings voraus, dass wir die Phase des Egoismus verlassen, die fuer alle Menschen die Startphase ihres Lebens ist.

    Aber wenn ich mir die Texte der KO durchlese, dann geht es da um etwas anderes. Auffaellig fuer mich ist das komplette fehlen von lokaler Oekonomie und die privaten Geld- und Finanzsysteme. Nur, wenn wir das nicht verstehen, in welchem Sumpf wir uns dann bewegen, ist jede Muehe ueberfluessig.

    Mal sehen, ob ich nun im 3.Anlauf diesen Kommentar durchkriege.



  • Na, das hat ja erstmal geklappt. Warum meine kommentare gesperrt und geloescht wurden, weiss ich immer noch nicht.


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